01. Die ökologische Perspektive
Nachhaltigkeit
Das Grundprinzip der Nachhaltigkeit entspringt der Forstwirtschaft. 1713 wurde es von Carl Carlowitz definiert. Es besagt, dass nur so viel Holz geerntet werden darf, wie in absehbarer Zeit nachwächst. Seither wurde dieser Grundgedanke immer weiterentwickelt und gesetzlich verankert. Diese gesetzliche verankerte nachhaltige Forstwirtschaft beinhaltet heute einige weitere Aspekte, ökologische, soziale und ökonomische Werte werden hier ebenfalls definiert und wird durch die Zertifizierung der Forstwirtschaft zusammengefasst.
Waldwirtschaft
Das Holzland Österreich hat eine bewaldete Fläche von ca. 45% von der 80% kommerziell genutzt werden und zählt zu den führenden Produzenten der forst-basierten Industrie. Seit 170 Jahren existiert in Österreich eines der strengsten Forstwirtschaftsgesetzte weltweit. Es sichert biologische Vielfalt, Produktivität u. Regenerationsvermögen. Zusätzlich ist das FSC-Zertifikat immer verbreiteter. FSC ist eine nonprofit Organisation, welche weltweit die verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung fördert.
Verbesserung CO2 Bilanz
Die Co2 Speicherung von Bäumen ist uns allen bekannt. Was viele jedoch nicht wissen, solange das Holz genutzt wird, insbesondere als Bauholz, wird der im Holz gespeichert Kohlenstoff und somit der dazu entsprechende CO2-Anteil der Atmosphäre entzogen. Dadurch wirkt die Holzverwendung aktiv dem Treibhauseffekt entgegen. Als Beispiel dafür: für eine Holzproduktion von einer Tonne wird der Atmosphäre ca. 1,9 Tonnen schädliches Kohlendioxid und 500 g Kohlenstoff entzogen.
Kreislaufwirtschaft
Teil eines Umdenkens in der Bauwirtschaft ist auch das Prinzip der Kreislaufwirtschaft. Das bedeutet eine Reduzierung des Abfallaufkommens und einen Wandel hin zu Reuse, Repair und Refurbish. Als nachwachsende Ressource hat Holz hier eine Sonderstellung. Nicht behandeltes Holz kann in den natürlichen Kreislauf gehen und dort verwertet werden. Für Holz eine erweiterte Definition der Kreislaufwirtschaft ist auch, dass das Material so lange genutzt werden muss, bis ein neuer Baum nachwächst.
02. Technische Eigenschaften
Aufbau und Eigenschaften
Holz besteht hauptsächlich aus drei Hauptbestandteilen: Cellulose, Hemicellulose und Lignin. Cellulose sorgt für die Zugfestigkeit, während Lignin für die Druckfestigkeit verantwortlich ist. Es gibt zwei Hauptarten von Holz: Nadelhölzer (Weichhölzer z.B. Fichte, Kiefer) und Laubhölzer (Harthölzer z.B. Eiche, Buche). Diese unterscheiden sich in ihrer Zellstruktur und damit auch in ihren Eigenschaften. Holz wächst in Jahrringen, die den jährlichen Zuwachs des Baumes anzeigen. Ein Jahrring besteht aus dem weicheren Frühholz, das im Frühjahr für den Wasser- und Nährstofftransport gebildet wird, und dem festeren Spätholz, das im Sommer gebildet wird. Der Spätholzanteil hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Festigkeit des Holzes.
Festigkeit und Eigengewicht
Holz ist im Vergleich zu anderen Materialien wie Beton oder Stahl ein sehr leichter Baustoff, besitzt jedoch eine bemerkenswerte Festigkeit. Es bietet bei gleicher Tragkraft ein deutlich geringeres Gewicht als Stahl. Es hat eine ähnliche Druckfestigkeit wie Beton und kann, im Gegensatz zu Beton, auch Zugkräfte aufnehmen. Holz ist ein Baustoff mit vielen Hohlräumen, der durch starke Cellulosefasern stabilisiert wird – ein natürliches ‚High-Tech‘-Produkt. Durch seinen hohen Hohlraumanteil hat Holz ein ausgezeichnetes Verhältnis von Festigkeit zu Eigengewicht, was es besonders leicht und gleichzeitig stark macht. Deshalb war es früher auch ein bevorzugtes Material im Flugzeugbau. Laubhölzer sind in der Regel dichter und fester als Nadelhölzer, was ihre Tragfähigkeit erhöht. In Bezug auf die Festigkeit zeigt Holz je nach Faserrichtung unterschiedliche Eigenschaften. Längs zur Faser sind sowohl die Zug- als auch die Druckfestigkeit ein Vielfaches höher als quer zur Faser. Dies wird bei der Planung berücksichtigt.
Wärmedämmfähigkeit
Holz hat aufgrund seines hohen Hohlraumanteils ausgezeichnete Wärmedämmeigenschaften. Es weist die höchste Tragfähigkeit aller wärmedämmenden Materialien auf. Es hilft dabei, Wärmebrücken zu vermeiden und sorgt für eine gute Isolierung. Daher wird es auch häufig beim Bau von Niedrigenergie- und Passivhäusern verwendet. Zudem bietet Holz eine hohe Wärmespeicherfähigkeit, die zu einem verbesserten sommerlichen Wärmeschutz führt.
03. Ästhetik und Komfort
Zeitlose Schönheit
Die ersten Assoziationen die wahrscheinlich den meisten bei Holz einfällt sind die Wälder voller Bäume. Daher mag die uralte Anziehungskraft, die Wälder auf uns ausüben, ein Grund für die wachsende Beliebtheit des Holzes sein. Schon seit Jahrtausenden lässt sich die Architektur von Wäldern inspirieren und Bäume bilden den Ursprung des Bauens. Diese Schönheit der Geschicht- und Naturverbundenheit wirkt auf den Betrachter als Gesamtheit und spricht unsere Sinne an.
Haptik und Sinnlichkeit
Kaum ein anderes Material verbindet Sinnlichkeit und Funktion so sehr wie Holz. Die immer mehr fortgeschrittene Digitalisierung unserer Welt führt zu einer immer größer werdenden Sehnsucht nach natürlichen Dingen, mit denen man in Berührung treten kann. Diese Sehnsucht stillt Holz hervorragend. Mit seiner Vielfalt an Oberflächen, je nach Bearbeitung, kann das Erleben von Holz variieren. Von grob zu glatt, von hell zu dunkel und vielen weiteren Eigenschaften bietet Holz große Möglichkeiten.
Gesundheit und Wohlbefinden
Neben der Geborgenheit und der Natürlichkeit, welche das Holz bietet, gibt es auch einige Studien dazu, dass es die Gesundheit positiv beeinflusst. Eine Studie, welche die Auswirkungen von Zirbenholz auf Kreislauf, Schlaf und allgemeines Wohlbefinden untersucht hat, konnte beweisen, dass sich dieses positiv auf alle genannten Bereiche ausgewirkt hat und auch die Herzfrequenz beruhigt hat. Somit hat es eine entspannende Wirkung und sorgt für Wohlbefinden. Eine weitere Studie aus Kanada, ein Land in dem Holzbau auch großgeschrieben wird, hat bei Probanden in Holz ausgestatteten Räumen eine Stressreduktion nachgewiesen. Durch die Entscheidung mit Holz zu bauen, entscheidet man sich sozusagen gleichzeitig für eine Gesundheitsvorsorge. Zusätzlich zu diesen Studien ist weiters ein Vorteil, dass Holz im Optimum-Bereich des Menschlichen Wohlbefindens liegt. Die Gründe sind unter anderem die Möglichkeit Raumklimaregulierung.
Klimaanpassung
Holzwände „atmen“ und regulieren durch ihren zellulären und porösen Aufbau es Holzes den Feuchtigkeitsanteil der Umgebung. Der optimale Bereich liegt dabei bei 40—60% relativer Luftfeuchtigkeit, hier kann die Eigenschaft des Quellens und Schwindens von Holz ideal genutzt werden. Menschen, Tiere oder Kochtöpfe geben Feuchtigkeit an den Raum ab. Sobald dadurch die Luftfeuchtigkeit im Raum ansteigt, nimmt das Holz einen Teil davon auf und speichert diese. Wenn der Raum trocken ist, durch Heizungen oder Elektrogeräte, gibt Holz die gespeicherte Feuchtigkeit an den Raum wieder ab. Diese Funktion des Holzes hängt jedoch stark von der Holzqualität und Bauart ab. Funktioniert diese Natürliche Regulierung entsteht ein Raumklima, in dem man sich immer wohl und heimelig fühlt.