Das international tätige Architekturbüro AllesWirdGut, mit Standorten in Wien/Österreich und München/Deutschland, wurde 1999 von Andreas Marth, Friedrich Passler, Herwig Spiegl, und Christian Waldner gegründet und zählt aktuell 85 MitarbeiterInnen. Weltweit wurden bereits über 80 Projekte in den verschiedensten Bereichen realisiert, dazu zählen unter anderem Wohn- und Bürobauten, Bildungs- und Kulturbauten, sowie Innenarchitektur und Städtebauliche Projekte. AllesWirdGut hat zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten, zuletzt den „Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit“, den „Staatspreis Design“ und mit den „Prix Luxembourgeois d’Architecture“. Das Interview wurde schriftlich mit Andrea Zuñiga Espinoza, Leiterin der Marke und Kommunikation („Head of Brand & Communication“) von AllesWirdGut geführt.
A. ZE. Der Wunsch nach einer Veränderung unserer Website bestand schon länger. Unsere alte Website war in die Jahre gekommen und hatte mehr den Charakter eines Werkverzeichnisses – einer reinen Sammlung von Projekten und Leistungen. Sie ermöglichte es Besucher:innen kaum, wirklich in unsere Welt einzutauchen, unsere Mission zu erleben oder unseren Antrieb zu spüren.
Mit vier Partnern im Unternehmen war es wichtig, alle bei dieser wesentlichen Veränderung einzubeziehen und ihnen Mitspracherecht zu geben. Deshalb begann der Prozess bereits im Herbst letzten Jahres (2023) und erforderte intensive Abstimmungen. Zu Beginn stand sogar eine Art Sparring oder Mediation, um grundlegende Fragen zu klären – etwa, ob die neue Website eher minimalistisch-reduziert oder wieder breiter gefächert die Bandbreite unserer Projekte und unseres Aufgabenfelds präsentieren sollte.
A. ZE. Unser Ziel war es von Anfang an, einen unkonventionellen und frischen Ansatz für unseren Online-Auftritt zu wählen.
Es gibt nichts Langweiligeres als strikt abgehandelte Leistungsspektren oder generische Mission-Statements auf vorgefertigten Website-Templates, die man schon hundertfach gesehen hat.
"Wir sehen uns selbst als Entdecker*innen und hoffen, durch unseren Auftritt auch auf mutige, neugierige Gleichgesinnte unter der Auftraggeberschaft zu stoßen."
Unsere Website soll nicht nur informieren, sondern inspirieren und eine Verbindung zu jenen schaffen, die wie wir offen für neue Wege und spannende Herausforderungen sind. Zwar besitzt die Website eine Sektion, in der viele unserer Projekte präsentiert werden, doch von einem umfassenden Werkverzeichnis sind wir bewusst abgekommen. Stattdessen haben wir unsere Projekte auf ein sorgfältig kuratiertes Best-Of reduziert, das die Vielfalt und Essenz unserer Arbeit widerspiegelt.
In einer Zeit, in der die Aufmerksamkeitsspanne immer kürzer wird, ist es essenziell, zu überraschen und Interesse zu wecken. Ohne diesen Ansatz verliert man die Aufmerksamkeit der Betrachter:innen sehr schnell. Unsere Website ist daher nicht nur ein Schaufenster, sondern ein interaktiver Raum, der inspiriert, zum Erkunden einlädt und die Entdeckerlust weckt – ganz so, wie wir es in unserer Arbeit selbst leben.


A. ZE. Der Plan ist, unseren gesamten Online-Auftritt einem umfassenden Redesign zu unterziehen. Der Fokus lag zunächst auf der Website, die seit Ende Sommer (2024) in einer Softlaunch-Phase ist. Das bedeutet, wir haben das Redesign noch nicht aktiv kommuniziert, sondern zunächst Feedback von unserem vertrauten Umfeld eingeholt, um mögliche Bugs oder Fehler zu identifizieren und zu beheben.
Als nächster Schritt ist das Redesign der restlichen Online-Präsenz geplant, darunter auch Plattformen wie Instagram, Facebook, Pinterest und unser Newsletter. Im Anschluss wird der Print-Bereich überarbeitet. Natürlich wird es überall leichte Anpassungen und Tweaks geben, da sich die Zielgruppen auf den jeweiligen Kanälen unterscheiden.
Die Website ist eher unser Schaufenster, das einen umfassenderen Eindruck unserer Arbeit und Haltung vermittelt, während auf Social Media Plattformen wie Instagram oder Pinterest der Fokus stärker auf visueller Inspiration und kürzeren Formaten liegt. Unser Ziel bleibt jedoch ein konsistenter Auftritt, der unsere Werte und unsere Vision auf allen Kanälen transportiert.
A. ZE. Unsere grundlegenden Prinzipien haben wir in den Headern der drei Hauptbereiche unserer Website bewusst hervorgehoben. Sie dienen als Einführung in die jeweiligen Themenbereiche und vermitteln den Besucher:innen unsere Haltung im Jetzt, im Heute und für unser aller Morgen:
1. AllesWirdGut ist ein interdisziplinäres Architekturbüro, das an der Schnittstelle von Stadtplanung und gebautem Raum aller Maßstäbe agiert. Unsere Entwürfe basieren auf klaren Konzepten, die den Herausforderungen unserer Zeit begegnen, um einen Mehrwert für den Menschen und unsere gebaute Umwelt zu schaffen.
2. AllesWirdGut nähert sich unvoreingenommen an neue Projektteam, um das Beste aus einem Ort oder einer Aufgabe herauszuholen. Der Fokus liegt stets auf dem Menschen sowie auf Entwürfen, die Begegnung und Gemeinschaft fördern. UnsereMission: die Suche nach mehr mit angemessenen Mitteln.
3. AllesWirdGut ist der Überzeugung, dass innovative Entwürfe nur dort entstehen, wo menschliche Neugier in Form von offenem und kontinuierlichem Austausch gefördert wird. Wir streben danach an jeder Aufgabe zu wachsen und haben den Mut Gewohntes zu hinterfragen, um Dinge nicht nur gut, sondern noch besser zu machen.
Diese Prinzipien sind nicht nur Teil unserer täglichen Arbeit, sondern auch im Design und Aufbau unserer Website spürbar. Die Website bietet Raum für Inspiration, Austausch und die Einladung, sich mit unseren Wertenund Ideen auseinanderzusetzen.
A. ZE. Die ersten Besprechungen, die sich noch auf das grundlegende Konzept konzentrierten, fanden in einer großen Runde statt. Alle, die Mitspracherecht hatten, waren dabei: die vier Partner von AllesWirdGut, die externe Webdesignerin und ich. Im weiteren Projektverlauf wurde schließlich einer der Partner als Hauptansprechpartner ernannt, um die Kommunikation zu vereinfachen und Entscheidungen gezielt treffen zu können. Dadurch konnte der Prozess fokussierter gestaltet werden, während wichtige Meilensteine weiterhin im Austausch mit allen Beteiligten abgestimmt wurden.
Die Zusammenarbeit mit der Webdesignerin war von Anfang an konstruktiv und geprägt von einem intensiven kreativen Dialog. Ihre Expertise im Design wurde mit unserer inhaltlichen Vision kombiniert, wodurch ein gemeinsames Verständnis für die Gestaltung und den Aufbau der neuen Website entstand. Letztlich war es ein Teamprozess, der von einer klaren Struktur und einer guten Balance zwischen externem Input und interner Mitbestimmung profitierte.
A. ZE. Ja, wir verwenden gender-inklusive Sprache auf unserer Website, da uns Gleichberechtigung und Diversität wichtig sind. Dieser Ansatz ist jedoch in der Baubranche noch nicht überall selbstverständlich. Die Baubranche, die traditionell eher konservativ geprägt ist, hinkt in vielen Bereichen, einschließlich der Sprache, leider noch hinterher.
Zum Thema Barrierefreiheit müssen wir ehrlich sagen, dass wir diesem Aspekt noch nicht die nötige Priorität eingeräumt haben. Der Fokus lag bislang auf der Gestaltung einer visuell ansprechenden und inhaltlich klar strukturierten Website.
Leider haben wir in der ersten Phase des Redesigns nicht ausreichend Ressourcen dafür eingeplant, um alle Anforderungen an Barrierefreiheit umzusetzen. Das Thema ist uns aber bewusst, und wir haben es für zukünftige Updates auf der Agenda, um sicherzustellen, dass unsere Website auch für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen zugänglich wird.