Mit der barocken Anlage im 17. und 18.Jahrhundert wird der Augarten erstmals als klar strukturierter Garten– und Architekturraum angelegt. Der Garten befindet sich im kaiserlichen Besitz und ist Teil der höfischen Repräsentation. Geometrische Ordnungen, Achsen und Sichtbeziehungen prägen den Grundriss und organisieren den Raum hierarchisch. Architektur und Garten bilden eine Einheit, die Ordnung und Repräsentation sichtbar macht. Landschaft wird als Medium politischer und gesellschaftlicher Inszenierung verstanden. Diese barocke Ordnung bildet die grundlegende architektonische Schicht, auf der alle späteren Eingriffe aufbauen.
1683–1740
Als eines der frühesten Bauwerke des Augartens spiegelt das Palais Augarten die höfische Welt des Barock und ihrem Wandel über die Jahrhunderte wieder. Einst als Adelssitz errichtet, wurde das Gebäude mehrfach umgebaut und neu interpretiert. Heute fungiert es als Internat der Wiener Sängerknaben.
1705
Das Schloss Augarten bildet das räumliche und historische Zentrum der barocken Gartenanlage. An der Stelle der ursprünglichen Alten Favorita errichtet, entwickelte sich der Bau vom kaiserlichen Lustschloss zum repräsentativen Saalbau. Heute beherbergt das Schloss die Porzellanmanufaktur Augarten und verbindet barocke Architektur mit einer bis heute fortgeführten Nutzung.
1730–1786
Das Kaiser–Josef–Stöckl ist ein kleiner, historisch jedoch zentraler Bau innerhalb der barocken Gartenanlage des Augartens. Einst ein ehemaliges Gartenpavillon für den Kaiser ist das „Kaiser–Jo-sef–Stöckl“ heute Teil der Ausbildungsstätten der Wiener Sängerknaben.
1741–1780
Das Eingangsportal des Augartens markiert die Schwelle zwischen Stadt und Gartenanlage. Die Inschrift „Allen Menschen gewidmeter Erlustigungs-Ort, von Ihrem Schätzer“ geht auf Kaiser Joseph II. zurück und steht im Zusammenhang mit der Öffnung des Augartens für die Öffentlichkeit im Jahr 1775. Das Portal ist damit bis heute architektonischer Zugang und historisches Zeugnis dieser Entscheidung.