Mit dem politischen Umbruch ab der 1930er Jahre erfährt der Augarten eine tiefgreifende architektonische und soziale Zäsur. Enteignungen, Vertreibungen und die Umnutzung bestehender Gebäude verändern die Nutzung und Bedeutung des Ortes grundlegend. Ab 1938 kommt es zu massiven baulichen Eingriffen in die bestehende Parkstruktur. Barocke Achsen werden zerstört, Militärarchitektur erbaut und der Garten funktional wie gestalterisch verändert. Die Errichtung der Flaktürme stellt den radikalsten Ausdruck dieser Schicht dar. Diese Schicht hinterlässt irreversible Spuren, die den Augarten bis heute prägen.
1944
Die Flaktürme im Augarten sind monumentale Relikte des Zweiten Weltkriegs und stellen den tiefgreifendsten baulichen Eingriff in die Parkanlage dar.
Errichtet als militärische Schutz– und Verteidigungsbauten, prägen sie den Augarten bis dato räumlich und visuell. Nach Kriegsende verloren sie ihre Funktion, blieben jedoch als massive Baukörper erhalten und sind heute Zeugnisse der Kriegs–und Besatzungsgeschichte Wiens.