Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs steht im Augarten nicht der Entwurf eines neuen Gesamtkonzepts im Vordergrund, sondern die schrittweise Wiederherstellung und funktionale Anpassung bestehender Strukturen. Zerstörungen werden behoben, beschädigte Gebäude instand gesetzt und vorhandene Architekturen neuen Nutzungen zugeführt.
Auch die Parkanlagen werden modernisiert und neu organisiert. Sport– und Freizeitflächen entstehen, Wegeführungen werden angepasst und der Augarten wieder als öffentlicher Erholungsraum etabliert. Die Schicht der Reparatur ist geprägt von Pragmatismus, Kontinuität und fuktionaler Weiterentwicklung.
1948
Die Muttergotteskirche im Augarten entstand in der Nachkriegszeit als neue Pfarrkirche für die Bevölkerung der Leopoldstadt. Ihrem Bau ging ein provisorisches Notgotteshaus voraus, das nach dem Zweiten Weltkrieg den seelsorgerischen Bedarf deckte. Der Neubau ersetzte diese temporäre Lösung durch einen dauerhaft angelegten Sakralbau am Rand des Augartens.
nach 1945
Die Tankstelle an der Oberen Augartenstrasse ist ein funktionaler Infrastrukturbau der Nachkriegszeit und markiert den Übergang zwischen öffentlichem Park und urbanem Verkehrsraum.
Sie entstand im Zuge der zunehmenden Motorisierung und steht für die Einbindung technischer Versorgungsstrukturen in das Umfeld des Augartens, bleibt jedoch als Randbauwerk ausserhalb der inneren Parkstruktur verortet.
1953–1957
Das Atelier Augarten ist ein markanter Bau innerhalb des Augartens und steht für die Integration zeitgenössischer Kunstproduktion in den historischen Parkraum. Errichtet durch die Republik Österreich als Atelier– und Ausstellungsbau für den Bildhauer Gustinus Ambrosi, bildet das Gebäude einen bewussten architektonischen Kontrast zur barocken Gartenanlage.
nach 1945
Der Versuchsgarten im Augarten ist ein funktionaler Sonderbereich der Parkanlage und dient der wissenschaftlichen Nutzung von Grünraum.
In Glashäusern, Laboren und Freiflächen werden pflanzenkundliche Versuche in engem Zusammenhang mit universitärer Lehre und Forschung durchgeführt. Die Anlage umfasst rund 2.500m², davon etwa 1.200 m² Anbaufläche.