Theresa Walter ist Wildtierökologin und hat einen Masterabschluss in Wildtierökologie und Wildtiermanagement von der BOKU University Wien. Ihre berufliche Erfahrung umfasst Forschungs-arbeiten an der Veterinärmedizinischen Universität Wien zu Mensch-Wildtier-Interaktionen sowie Citizen-Science-Projekte im Naturschutz. Seit Oktober 2024 arbeitet sie im Umweltbundesamt mitSchwerpunkt auf Biodiversität, insbesondere Lebensraumvernetzung und Konnektivität für Wildtiere.
Theresa Walter: Parkanlagen stellen Bauteile des Lebensraums von Wildtieren in der Stadt dar. Wildtiere sind in der Regel auf Grünflächen angewiesen, und Parks bieten größere Grünflächen.
Einzelne grüne Flächen bilden Wege, die Wildtiere in der Stadt benutzen um sich bewegen zu können. Wenn ein Eichhörnchen unterwegs ist, dann braucht es nicht nur die Parkanlagen, sondern auch Bäume dazwischen. Damit sind die potenzielle Lebensräume vernetzt. Wien hat über 50Prozent Grünflächen. Das heißt, Wien ist da super bevorteilt, weil es hat gewisse Adern, die die Stadt verbinden. Der Donaukanal ist ein gutes Beispiel. Das ist ein parkartige Grünfläche, die sich durch die Stadt zieht.
In Wien gibt es viele unterschiedliche Parks.Der Beserlpark ist sehr klein im Gegensatz zum Prater. Der Prater ist ein ehemaligerAuwald. Da reden wir nicht mehr von der klassischen Parkanlage, an die wir denken.Ob ich dann im Wiener Wald sitze oder imPrater, unterscheidet sich dann nur durch die menschliche Nutzung.
Parks können unterschiedlichste Rollen spielen, je nachdem, wie sie ausgestaltet sind.Je nach Gestaltung werden diese Parks mehr oder weniger von unterschiedlichen Tierarten genutzt. Das kommt darauf an, was die verschiedenen Tierarten brauchen.
Die Eichhörnchen brauchen ältere Bäume mit Nischen und Höhlen. Und Bäume die Früchte, also Nahrung, bieten. Eichhörnchen leben wahrscheinlich gerne im Augarten. Ein frisch gesetzter Park, wo die Bäume klein sind und keine Früchte bilden, wäre hingegen für ein Eichhörnchen unattraktiv. Dagegen kann das für ein Fuchs zum durchspazieren durchaus attraktiv sein, weil Wald-oder Feldmäuse schon eingezogen sind. Für viele Wildtiere ist die größte Gefahrenquelle in der Stadt, der Autoverkehr. Parks bieten daher auch ein geschützten Raum imSinne von Verkehr.
Parks können unterschiedlichste Rollen spielen, je nachdem, wie sie ausgestaltet sind. Das kommt darauf an, was die verschiedenen Tierarten brauchen.Die Eichhörnchen brauchen ältere Bäume mit Nischen und Höhlen.Ein frisch gesetzter Park, wo die Bäume klein sind und keine Früchte bilden, wäre hingegen für ein Eichhörnchen unattraktiv. Dagegen kann das für ein Fuchs zum durchspazieren durchaus attraktiv sein, weil Wald-oder Feldmäuse schon eingezogen sind.
Für viele Wildtiere ist die größte Gefahrenquelle in der Stadt, der Autoverkehr. Parks bieten daher auch ein geschützten Raum imSinne von Verkehr.
TW: Man müsste für Wildtiere in der Stadt bewusster Nahrung schaffen. Hecken, Bäume und Sträucher, die Nahrung und Rückzugsräume bieten, die standortangepasst sind und gut mit Hitze umgehen können.Frühblüher eignen sich zum Beispiel alsNahrung für Insekten, vor Allem für Bienen, sehr gut.
Es wäre auch sehr wichtig alte Bäume stehen zu lassen. Das passiert nicht oft, weil das Stadtgartenamt haftet, wenn jemandem ein Ast auf den Kopf fällt. Deswegen muss man ältere Bäume mehr pflegen, meistens werden sie daher beseitigt. Dabei ist vor Allem auch Totholz für die Artenvielfalt sehr wichtig. Es ist für diverse Insekten undVogelarten eine Nahrungsquelle und kannFledermäusen als Rückzugsraum dienen. Es ist oft aufgrund der Einstellung schwierig:Das ist ein toter Baum, der nicht schön aus-sieht, den kann man wegräumen. Aber je unaufgeräumter es ist, desto besser ist es inWirklichkeit.
Auch Wasserstellen werden immer wichtiger für Wildtiere. Genauso wie wir leidenWildtiere besonders in städtischen Parks unter der Hitze. Bei der Gestaltung von Wasserstellen muss man allerdings wirklich aufpassen, dass sie für Wildtiere auch nutzbar sind. Ganz wichtig ist dabei z.B. auch für die Igel, dass sie, wenn sie hineinfallen, auch wieder herauskommen können. Es gibt ganz viele Igel, die in Pools ertrinken, weil sie nicht mehr hinaus können.
Dagegen hilft eine Böschung oder auch dasEinlegen von Lappen. Wenn man z.B. eine Plastikwanne aus dem Baumarkt nutzt ist es wichtig etwas hineinzulegen, damit Kleintiere wieder herauskrabbeln können. Das ist vor Allem bei Igeln aber auch bei anderen Tierarten notwendig.
Besonders gut ist auch, wenn es in Parkanlagen wilde Ecken gibt, in denen kaum gemäht wird. Dann können Gräser undPflanzen aufwachsen die Nahrung und auch Lebensraum bieten. Wenn man samenbildende Pflanzen stehen lässt, statt sie im Oktober zu mähen, gibt es jedeMenge Vogelarten, die diese im Winter als Nahrung nutzen. Das ist auch für Insekten wichtig die Eier oder Überwinterungsstadien in Pflanzen haben. Werden diese imOktober weggeschnitten, dann wird dasÜberwintern der Insekten unmöglich. Im nächsten Jahr gibt es von manchen Arten dann deutlich weniger.
Man kann in Parks also wirklich viel für Wildtiere bewirken. Ich glaube, man muss die Menschen mehr darüber aufklären. Viele sehen Parkanlagen als perfekten englischen Gärten mit dem kurzen Rasen im Kopf haben. Der Augarten ist ein gutes Beispiel, da es auch abgezäunte, wenig bewirtschaftete Bereiche gibt. Dort gibt es die Möglichkeiten, dass die Bäume älter sind und auch Totholz liegenbleibt.
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