EHEMALIGES JÜDISCHES
KINDERAMBULATORIUM

Zerstörung
des Kinder-
ambulatoriums

KAPITEL 9:
Verlorene Hilfe

Das ehemalige Kinderambulatorium befand sich an der Adresse Untere Augartenstraße 35 / Rauscherstraße 16 im 2. Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt. Das Gebäude wurde um 1900 vom Architekten Wilhelm Stiassny für die jüdische Kinderfürsorge errichtet. Träger war zunächst der Theresien-Kreuzer-Verein, später die Israelitische Kultusgemeinde Wien. Es diente als Ambulatorium und Heim für jüdische Säuglinge und Kleinkinder. Während der Zeit des Nationalsozialismus lebten dort 1942 noch etwa 75 Kinder bis sechs Jahre. Im September 1942 wurde das Heim aufgelöst und die Kinder in die Tempelgasse 3 verlegt.

Das Gebäude wurde enteignet und von der Stadt Wien übernommen. Heute gilt der Ort als Mahnmal für die Zerstörung jüdischer Sozial- und Fürsorgeeinrichtungen in Wien und ist Teil des “Wegs der Erinnerung“.

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