Schon kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ließ der NS-Vizebürgermeister Thomas Kozich im Frühjahr sämtliche Verträge jüdischer Mieterinnen und Mieter kündigen. Zu dieser Zeit lebten rund 3.600 jüdische Menschen in Wohnungen der Stadt Wien. Im „Roten Wien“ war man ursprünglich davon ausgegangen, dass in den Gemeindebauten kein gesonderter Mieterschutz nötig sei – nun aber mussten die Betroffenen ihre Wohnungen innerhalb von nur zwei Wochen räumen. Für viele stellte sich sofort die Frage, wo sie überhaupt unterkommen sollten.
Die Antwort der Behörden lautete „Sammelwohnungen“, in denen Menschen zwangsweise zusammengelegt wurden. Zu den betroffenen Anlagen zählten auch der Max-Berdiczower-Hof in der Oberen Augartenstraße 12–14 im 2. Bezirk sowie ein weiterer Gemeindebau in der Oberen Augartenstraße 44.
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