Ereignisse

Entwicklung

1730

1614 ließ Kaiser Mathias in den damaligen Donauauen ein Jagdschloss bauen. Um 1650 ordnete sein Nachfolger Kaiser Ferdinand an, einen Garten im »Holländischen Stile« anzulegen. Nach mehreren Überschwemmungen wurde der Garten unter Leopold I. 1659 im »Französischem Stile« als großer, regelmäßiger, mit Alleen durchschnittener Lustpark neu angelegt und durch Zukauf des ehemaligen Palais Trautson, dem heutige Augartenpalais, erweitert.Während der Türkenbelagerung 1683 wurden das Schloss und der Garten zerstört. Der Garten wurde ab 1712 unter Jean Trehet wiederhergestellt.

1775

Der Augarten präsentierte sich als neu gestalteter kaiserlicher Lustgarten, den Kaiser Joseph II. im selben Jahr erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich machte. Die Anlage war streng barock aufgebaut. Breite Alleen, geometrische Wege, symmetrische Boskette und  Zierbeete prägen den Garten. Im Augarten fanden höfische Spaziergänge, musikalische Aufführungen und gesellschaftliche Treffen statt. Besonders berühmt wurden die Morgenkonzerte, bei denen auch Wolfgang Amadeus Mozart mehrmals auftrat. Der Garten war damit nicht nur ein Ort der Repräsentation, sondern auch ein bedeutender kultureller Treffpunkt Wiens.

1774

Zwischen 1730 und 1774 wurde der Augarten von einem naturnahen Auwald zu einer streng gegliederten barocken Gartenanlage umgestaltet. Unter Karl VI. und Maria Theresia entstand ein geometrisches Wegenetz mit geraden Alleen, Sichtachsen, Bosketten und von Hecken gefassten Waldbereichen nach französischem Vorbild. Der Park diente als kaiserlicher Lust- und Erholungsraum für Spaziergänge, Jagden und höfische Feste und war dem Adel vorbehalten. Bis 1774 war die barocke Grundstruktur vollständig ausgeprägt und bildete die Grundlage für die Öffnung als öffentlicher Park 1775 unter Joseph II. Gleichzeitig markiert die Öffnung einen bedeutenden Schritt in Richtung einer allgemein zugänglichen städtischen Erholungslandschaft.

1822

Im Osten wurden Grundstücke des unteren Werdes zum Augarten hinzugefügt. Unter anderem das im Jahr 1691 errichtete Palais Leeb samt seinem zugehörigen Garten. Durch die Erweiterung gewann die Anlage nicht nur an Fläche, sondern auch an repräsentativer Qualität. Joseph II. ließ oberhalb des Palais ein kleines Schlösschen errichten, das sogenannte Kaiser-Joseph-Stöckl, welches als Rückzugs- und Aufenthaltsort diente. Auch im Norden des Augartens kam es zu Erweiterungen, bei denen bestehende Sichtachsen verlängert und neue Wege angelegt wurden. Dadurch wurde die barocke Ordnung des Gartens gestärkt und die räumliche Verbindung zur umliegenden Landschaft weiter ausgebaut.

1924

Im März 1830 wurde der gesamte Augarten vom Hochwasser überflutet, sodass durch die Regulierung des Donaustroms eine Abtrennung von der Donau stattfand. Aus dem vormaligen Augebiet wurde damit eine Kulturlandschaft. Während des Ersten Weltkrieges verlor der Park seine Funktion als Erholungsraum. Grünflächen wurden zeitweise für Nutzgärten herangezogen, um die Versorgung der Bevölkerung zu unterstützen. Gebäude wurden zu Lazaretten umfunktioniert und auf der Wasserwiese wurde 1919 ein israelitisches Kinderambulatorium errichtet. Es diente der medizinischen Versorgung und Betreuung jüdischer Kinder.

Heute

In den 1940er-Jahren entstanden während des Zweiten Weltkriegs zwei markante Flaktürme, die das Erscheinungsbild des Augartens bis heute prägen. In den folgenden Jahrzehnten wurden einzelne Parkbereiche schrittweise zu Sportanlagen, einem Freibad, Kleingärten sowie kulturellen Einrichtungen umgestaltet. Diese Nutzungen tragen zur Belebung des Augartens bei, allerdings sind einige Flächen nur eingeschränkt oder gar nicht öffentlich zugänglich, wie etwa das Areal der Wiener Sängerknaben, die City-Farm und größere Baum- und Pflanzschulen des Augartens. Heute umfasst der Augarten rund 54 Hektar und steht seit dem Jahr 2000 unter Denkmalschutz.